Pressemitteilung vom 08.08.2012
Altneckar Horkheim seit 25 Jahren Naturschutzgebiet
Regierungspräsident Schmalzl: „Naturnaher Neckarlauf mit seiner Tierwelt wird hier nachhaltig geschützt“
Sein 25-jähriges Jubiläum feiert das Naturschutzgebiet „Altneckar Horkheim“. Im Jahr 1987 hat das Regierungspräsidium Stuttgart diese rund 43 Hektar große Fläche auf dem Gebiet der Stadt Heilbronn, der Gemeinde Nordheim und der Stadt Lauffen unter Naturschutz gestellt. „Wir schützen und erhalten damit einen alten, naturnahen Neckarlauf als Lebensraum zahlreicher, schutzbedürftiger Tierarten wie zum Beispiel der Pokal-Azurjungfer und des Großen Abendseglers“, sagt Regierungspräsident Johannes Schmalzl. Außerdem sei Altneckar Horkheim Teil des europäischen Naturschutznetzes Natura 2000 und ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet.
Vor dem Ausbau zur Schifffahrtsstraße war das Neckartal eine reich strukturierte Flusslandschaft mit Kiesbänken, steilen und flachen Ufern, strömungsreichen und -armen Flussabschnitten, turbulentem und ruhigem Wasser. Diese Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume hatte eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt zur Folge. Im kanalisierten Neckar verloren viele Pflanzen und Tiere ihren Lebensraum. Im Naturschutzgebiet Altneckar Horkheim sind Teile dieses ursprünglichen Reichtums noch heute zu sehen. Mit seinen Kiesbänken und -inseln, Steilufern, Flachwasserzonen und Ufergehölzen bietet das Schutzgebiet selten gewordenen Tieren einen Rückzugsraum.
Eisvogel, Nachtigall, Sumpfrohrsänger und Pirol brüten hier, Tafel- und Reiherente, Flussuferläufer und Bruchwasserläufer nutzen den Altneckar als Rastplatz. Fledermäuse wie Großes Mausohr, Großer Abendsegler und Langohrfledermaus finden Unterschlupf und Nahrung. Zahlreiche Libellen, darunter Gebänderte Prachtlibelle, Kleines Granatauge und Pokal-Azurjungfer, können beobachtet werden. Über 20 Fischarten, darunter seltene, strömungsliebende Arten wie Barbe, Nase und Schmerle leben im Altneckar. 182 verschiedene Käferarten wurden festgestellt, und im benachbarten Gewann Wert kommen in den vor sechs Jahren angelegten Tümpeln Wechselkröte, Teichfrosch und Grasfrosch vor.
Neben seiner Bedeutung für den Natur- und Landschaftsschutz ist der Neckaraltarm auch kulturgeschichtlich interessant. Zwischen Lauffen und Nordheim diente der Neckar über Jahrhunderte als natürliche Grenze für den Altwürttembergischen Landgraben. Diese um 1450 errichtete Grenzbefestigung vom Heuchelberg zum Bottwartal grenzte Württemberg gegen die Reichsstadt Heilbronn und andere Herrschaften ab.
Hinweise für Besucher: Vom Klingenberger Steg und von den am Rand verlaufenden Wegen haben Spaziergänger Einblicke in das Naturschutzgebiet. Damit sichergestellt ist, dass der Lebensraum Altneckar unbeeinträchtigt erhalten bleibt und die Tierwelt nicht gestört wird, werden Besucher gebeten, auf den Wegen zu bleiben, darauf zu achten, Tiere nicht zu stören und Pflanzen nicht zu schädigen und Hunde zum Schutz wild lebender Tiere an der Leine zu führen. Außerdem ist es verboten, Feuer zu machen, Abfälle wegzuwerfen, zu lagern und zu zelten sowie Flugmodelle in Betrieb zu nehmen.
Eine ausführliche Beschreibung dieses wie auch aller übrigen Naturschutzgebiete im Stadtkreis und Landkreis Heilbronn findet sich im Buch „Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart“ von Reinhard Wolf und Ulrike Kreh (Hg.), Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2007.
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