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29.01.2010
Restrhein zwischen Weil und Breisach: Ökologische Aufwertungim Rahmen eines deutsch-französischen Projektes geplant
EU beteiligt sich mit rd. 1,5 Mio. Euro
Französische und deutsche Experten sind sich einig: Der Restrhein (Altrhein) zwischen Weil und Breisach bedarf einer ökologischen Verbesserung. Dazu gehört auch, diesen Flussabschnitt wieder mit so genanntem „Geschiebe“ anzureichern, also Gesteinsmaterial, das ein Fluss normalerweise vom Gebirge in die Täler mit sich führt, es dadurch immer feiner mahlt und schließlich als Sand ins Meer transportiert. Der Rhein braucht solches Geschiebe, um charakteristischen Fischarten die Fortpflanzung zu ermöglichen: Liegt an der Gewässersohle nämlich nur grobes Gestein, kann keine Fischflosse mehr dort Laichgruben für die Eiablage schlagen. Wegen des Wehres Märkt und des Rheinseitenkanals und der damit verbundenen Verringerung der natürlichen Wasserführung im Altrhein mangelt es aber dort an natürlichem Geschiebe – aus fischökologischer Sicht ein großer Mangel.
Im Mittelpunkt eines grenzüberschreitenden, von der Europäischen Union aus dem Interreg-Programm geförderten Projektes steht daher eine pilothafte Zugabe von Geschiebe in den Restrhein zwischen Weil und Breisach. Ab Herbst 2010 soll diese Geschiebezugabe aus den Auskiesungsflächen des Integrierten Rheinprogramms zur Verfügung gestellt werden.
Das Projekt beschränkt sich aber nicht nur auf die Geschiebezugabe, sondern umfasst auch eine begleitende wissenschaftliche Pilotstudie, die Erkenntnisse über das Verhalten von Geschiebe im Restrhein gewinnen und dessen ökologische Wirkungen untersuchen will. Außerdem werden Pläne zur Pflege und Bewirtschaftung von an den Altrhein angrenzenden schützenswerten Gebieten erarbeitet, um die bereits laufenden Renaturierungsmaßnahmen beidseits des Rheines fortzuführen.
Das Gesamtprojekt ist vor einem Jahr unter dem Namen „Redynamisierung des Restrheins“ unter Beteiligung von Experten des Regierungspräsidiums Freiburg angelaufen, die Kosten von rd. 3 Mio. Euro werden von der Europäischen Union zur Hälfte getragen. RP-Projektbetreuerin Dr. Regina Ostermann ist mit dem bisherigen Projektverlauf zufrieden: „Dieses grenzüberschreitende Projekt vertieft und intensiviert die bereits seit vielen Jahren bestehende gute Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Forschungseinrichtungen, Verbänden, Unternehmen und anderen Mitwirkenden auf beiden Seiten des Rheins. Dass die Europäische Union die Hälfte der Projektkosten übernommen hat beweist, dass unser Projektansatz auf gesamteuropäischem Niveau anerkannt wird“.
gez. Joachim Müller-Bremberger
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