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Erhaltungsmanagement für die Bundesfernstraßen


In den letzten vier Jahrzehnten war der deutsche Straßenbau geprägt von umfangreichen Neubau- und Ausbaumaßnahmen. So wurde zwischen den 60er und 80er Jahren der weitaus größte Teil des Autobahnnetzes in Baden-Württemberg neu gebaut. Heute beträgt die Länge der Autobahnen im Land ca. 1.020 km. Ab den 90er Jahren bis heute fanden dann zahlreiche Ausbau- bzw. Modernisierungsmaßnahmen statt.

Seit den letzten Jahren kommt nun der Erhaltung dieses Netzes eine immer größere Bedeutung zu, da das zunehmende Alter der Straßen und die ständig wachsenden Verkehrsbelastungen zu einem Anwachsen an schadhaften Fahrbahndecken und somit zu einem Sinken des einst hohen infrastrukturellen Standards auf Deutschlands Straßen führt.

Karte Visualisierung der Zustandswerte

Die Zahl der reparaturbedüftigen Abschnitte im gesamten Straßennetz und im Besonderen bei den Bundesautobahnen, ist schon jetzt so stark angestiegen, dass sich die bestehende Situation nur durch eine gezielte Erhaltungsstrategie effizient bewältigen lässt.
Ziel der Erhaltungsstrategie ist es, ein leistungsfähiges Straßennetz aufrechtzuerhalten, besonders im Hinblick auf:

  • die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer
  • die Wirtschaftlichkeit (durch langsamere, dem schlechten Zustand angepasste Geschwindigkeit ergibt sich ein erhöhtes Stauauaufkommen, vermehrter Energieverbrauch)
  • umweltrelevante Gesichtspunkte (Verringerung von Lärm, Schadstoffen sowie des Energieverbrauchs). Hierzu ist der bevorzugte Einsatz solcher baulichen Verbesserungen vorzusehen, die zu möglichst langen Erneuerungsintervallen führen und sich über einen längeren Streckenabschnitt erstrecken - anstelle zahlreicher kleinerer Instandsetzungsmaßnahmen, die in der Summe erhebliche und nicht hinnehmbare Verkehrsbehinderungen verursachen.

Durch eine konsequente Erhaltungsstategie kann einerseits die Substanz der Fahrbahndecken erhalten werden, beispielsweise durch Verstärkung von unterdimensionierten Fahrbahnen - andererseits ein hinreichender Gebrauchszustand aufrecht erhalten werden, z.B. durch Verbesserung der Oberflächenentwässerung oder Beseitigung von Spurrinnen oder Unfallschwerpunkten.

Da immer mehr Streckenabschnitte erhaltungsbedürftig werden, ist es vor allem auch bei einer angespannten finanziellen Situation absolut notwendig, dass mit objektiven Entscheidungen die effektivsten Maßnahmen ausgesucht oder ermittelt werden, mit denen dann eine gezielte Erhaltungsplanung durchgeführt werden kann.

Zur Ermittlung der wirksamsten Maßnahmen, sowohl in baulicher als auch in finanzieller Hinsicht, ist eine genaue Kenntnis des aktuellen Straßenzustands und die richtige Bewertung dazu ein ganz wesentlicher Faktor.

Aus diesem Grund werden seit einigen Jahren auf den Bundesfernstraßen Zustandsdaten nach festgelegten Regeln erhoben.

Diese Zustandserfassungen finden seit 1992 bundesweit in regelmäßigem Abstand statt.

Bild Erfassungsfahrzeug

Um eine entsprechende Bewertung des Straßenzustands zu erhalten, werden bei der Zustandserfassung folgende Merkmale erfasst:

  • die Ebenheit im Längs- und Querprofil
  • die Griffigkeit
  • das Substanz-Oberflächenbild wie Rissebildung, Flickstellen, Eckabbrüche und Kantenschäden

Auf Autobahnen und Bundesstraßen wird die Erfassung messtechnisch mit schnellfahrenden Meßsystemen durchgeführt.

Durch eine regelmäßige Erfassung des Fahrbahndeckenzustands läßt sich außerdem die Verkehrssicherheit durch sofort greifende verkehrstechnische Maßnahmen (Griffigkeit!) oder durch gezielte Erhaltung gewährleistet werden.

Die Zustandsdaten sind mittlerweile zu einer festen Größe bei der Maßnahmenplanung geworden.

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Letzte Änderung: 16.12.2008